„die aufgefressenen liebesbriefe von A – Z“, 2006
filmische Umsetzung eines eigenen Textmanuskriptes, 2000

ein Raum, ein Tisch, ein Stuhl, eine Frau.
Sie schreibt an ihren Liebsten, der in einer großen ACHT um die Welt reist.
Sie schreibt, er reist – das ist ihre Verabredung -
Still beobachtet sie, was sie umgibt, und macht sich Gedanken
über den Sinn und die Verschiedenartigkeit des „im Leben Stehens“ –

Agieren und Nichtagieren in der Zeit –
Ankommen und Nichtankommen innerhalb der eigenen Vorstellung -

ein Hörfilm auch –

textauszug

Liebster,
Ich warte.
Ich warte auf den Ton, diesen einen der entsteht, wenn ein Kaschmirschal langsam behutsam am Hals sich reibt.
Ich liebe diesen Ton. Ich wollte diesen Ton heute so gern. Es hätte mich irgendwie beruhigt.
Es hätte mich beruhigt, hauptsächlich um beruhigt zu sein, zu erfahren, dass, wenn ich was will, es auch erhalte.
Manchmal will ich was, weil ich überzeugt bin, es täte mir jetzt gut. Aber ich kriege es nicht, dafür bekomme ich was anderes.                   Dann stellt  sich eine Traurigkeit ein bei mir, weil ich das andere, was ich bekommen habe, anstelle von dem, was ich wollte, nicht erkenne.
Findest du es leicht ein anderes Leben zu führen? Vieles passiert nie, aber wenn es passiert, ist es anders.
H. liegt auch am Meer, nicht wahr?
Mia

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